Mit dem Aschermittwoch hat die 40-tägige Fastenzeit begonnen. Die Fastenzeit ist eine große Einladung an uns, wieder WESENTLICHER zu werden! Nachzudenken, was im Leben wirklich wichtig ist und zählt.
Das „Zeichen der Asche“ weist uns auf unsere Endlichkeit hin, aber nicht um uns Angst vor dem Tod zu machen - im Gegenteil - um uns die großen LEBENS-CHANCEN aufzuzeigen, die uns der Glaube an Jesus, den Auferstandenen, schenkt!
Auf was kommt es in meinem Leben wirklich an? Was zählt? Was hat Bestand? Was, wer trägt mich?
In der Fastenzeit geht es nicht in erster Linie um das ABNEHMEN, Kilos zu verlieren, eine Sommer-Badefigur zu bekommen. Indem wir verzichten, weitet sich unser Blick auf das Wesentliche! Im christlichen Fastenverständnis, sollen wir auch ZUNEHMEN an: Glaube, Hoffnung, Liebe, Vertrauen, Versöhnungsbereitschaft, Wiedergutmachung, Selbstreflexion, Einfühlungsvermögen, Lösungsorientiertheit und Hilfsbereitschaft!
Das Ziel dieser 40 Tage Vorbereitung, ohne die Sonntage gezählt, ist das größte Fest der Christenheit: OSTERN, die AUFERSTEHUNG JESU! Seine Auferstehung schenkt uns ewiges Leben, Hoffnung über ein Leben nach Tod!
Ein kleiner TIPP: Nimm dir nicht zu große Fastenvorsätze, lieber weniger und kleinere. Es ist von dir kein Sprint gefordert, wage kleine Schritte!
-- Kaplan Manuel Sattelberger
Folgender Text bringt die Fastenzeit auf den Punkt:
Guter Gott!
Kehr uns um, sonst bleibt alles beim Alten.
Kehr uns um, sonst nützen wir nicht die Chance.
Kehr uns um, sonst spüren wir nichts von deiner Liebe.
Kehr uns um, sonst belügen wir uns weiter.
Kehr uns um, sonst bleiben wir blind für den Anderen.
Kehr uns um, sonst kreisen wir nur um uns selber.
Kehr uns um, damit wir uns zu dir bekehren.
Kehr uns um, damit wir die Wahrheit erkennen.
Kehr uns um, damit wir auf deine Stimme hören.
Kehr uns um, damit wir einander vergeben.
Kehr uns um, damit wir gemeinsam handeln.
Kehr uns um, damit wir menschlich leben.
Guter Gott, kehr uns um!
Amen.
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„Mach’s wie Gott, werde Mensch!“, mit diesem kurzen Satz ist Bischof Franz Kamphaus aus Limburg berühmt geworden. Klar, knapp und kurz bringt er das Geheimnis der Heiligen Nacht auf den Punkt: Die Menschwerdung Gottes! Gott wird ein Mensch, wird geboren aus einer Frau! Das vereint alle Menschen, wir alle wurden von unserer Mutter geboren!
„Mach’s wie Gott, werde Mensch!“ Manch einer wird sich vielleicht fragen: Menschen sind wir doch schon, was soll da noch werden? Weihnachten ist ein sehr gefühlvolles Fest, im wahrsten Sinn des Wortes. Aber Weihnachten will mehr sein! Weihnachten möchte unser Leben vertiefen und erhöhen!
Was bedeutet es Mensch zu sein? Heute in dieser Welt, wie sie gerade ist? Wo kann ich meinen Beitrag geben, dass die Menschheit menschlicher wird? Wo kann ich in meinem kleinen Umfeld der Familie, der Freundschaft, der Nachbarschaft, in Schule, an der Uni, im Beruf dazu beitragen, dass es menschenfreundlicher zugeht?
„Mach’s wie Gott, werde Mensch!“ Nimm dir in diesen Festtagen auch Zeit, über deinen Glauben an die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus nachzudenken, um dann deine Lehren, dein Tun, dein Reden auf IHN hin auszurichten!
Viel Segen und eine gute „Menschwerdung“ dir und deinen Liebsten! Die Kirchen in Zwettl, Friedersbach und Großglobnitz sind tagsüber offen, um die Geburt Jesu in den schönen Krippen zu bestaunen: Willkommen!
-- Kaplan Manuel Sattelberger